Sinfonieorchester Ettlingen e.V.

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Das Frühjahrskonzert war großartig!

BNN Montag, 16.03.2026: Vom Wurm und seinem Verschwinden (Autor: Jens Wehn)
Das Ettlinger Sinfonieorchester zeigt sich nach Anfangsschwierigkeiten von seiner gewohnt guten Seite

Ettlingen. Zum Frühjahrskonzert hat das Sinfonieorchester Ettlingen in die Stadthalle gleichen Orts geladen, von einem anderem Ort hingegen kam die Eröffnungsmusik, nämlich aus Frankreich. Und für diese Musik wiederum hatte sich der Komponist Camille Saint-Saëns von Klängen inspirieren lassen, deren Ursprung noch weiter entfernt lag: im nordafrikanischen Algerien, den Märkten und Gassen Algiers, dem Getümmel und Getöne der Stadt, wie es für einen europäischen Besucher in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wohl geklungen haben mag.
Saint-Saëns’ fünfteilige „Suite algérienne“ von 1880 lässt maurische Tänze anklingen, rhythmisiert sehr beweglich und ist insgesamt ein frisch und kräftig zupackendes Stück Programmmusik, das seine Wirkung nicht verfehlt. Dirigent Dominik Graumann hält sein Orchester mit raumgreifenden Gesten zusammen und arbeitet den exotischen Effekt heraus.

Marcus Kappis ist der Solist im Konzert für Oboe und Orchester „L'Horloge de Flore“ von Jean Françaix, am Pult steht Dominik Graumann.

Foto: Jens Wehn

Eigentlich eine solide Arbeit, möchte man meinen. Noch dazu eine, die dem Orchester augenscheinlich selbst Spaß bereitet – und doch. Und doch fehlt es gerade den Streichern passagenweise derart an Präzision in der Intonation und im Zusammenspiel, die man eigentlich auch von einem Liebhaberorchester, wie es ja hier der Fall ist, erwarten kann, und wie es die Ettlinger durchaus schon oft abgeliefert haben. Aber manchmal ist halt der Wurm drin.
Umso schöner, wenn er bald wieder draußen ist: So leicht verbeult wie die Suite algérienne geriet, so akkurat und musikalisch überzeugend gelang das Konzert für Oboe und Orchester „L’Horloge de Flore“ von Jean Francaix. Das 1959 komponierte, einsätzige Werk beschreibt in seinen sieben ineinander übergehenden Abschnitten sieben Blumen und deren tägliche Blütezeit.
Als Solist konnte der Oboist Marcus Kappis gewonnen werden. Ein Glücksfall, denn dessen plastischer und sehr flexibler Ton gab der Musik eine kecke, mitreißende Gestalt, eine schmelzende im Dialog mit Horn und Klarinette, eine auftrumpfende im Wettstreit mit dem größeren Verwandten, dem Fagott. Hier trafen sich Virtuosität des Solisten und Spielfreude und Spielvermögen des Orchesters, Präzision und Ausdruck vereinten sich auf den Punkt.
Seit etwa zehn Jahren sind die Werke der Amerikanerin Amy Beach wieder häufiger auf den Programmzetteln zu lesen. Ihre 1896 in Boston uraufgeführte „Gaelic Symphony“ beschloss das Konzert des Ettlinger Sinfonieorchesters. Es war die erste Sinfonie, die in den USA von einer Frau komponiert wurde.
Ihre vier Sätze orientieren sich an irischer Volksmusik, allerdings durch den Blick einer an der europäischen Romantik geschulten Komponistin: Dvorak scheint hier Pate gestanden zu haben, sagen die Ohren schon nach kurzer Zeit, und ein Blick ins Programmheft bestätigt diese Ahnung. Es ist durchaus ein Glanzstück für das Orchester im Allgemeinen und für die Sologeige und das Solocello im Besonderen, deren Duett im langsamem Satz aufs Schönste gelingt. Dafür gibt es anhaltenden Applaus. 

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